Porträt

Mitarbeiter des Kraftwerks Staudinger

Wir im Kraftwerk Staudinger sorgen für Ihren Strom

 

Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg ist einer der leistungsstärksten Standorte von E.ON Kraftwerke und das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen. Es besteht aus fünf Kraftwerksblöcken, von denen vier mit Steinkohle und einer mit Gas befeuert werden.

 

Grundsteinlegung 1963


Staudinger ist ein Standort mit Tradition. Es besteht seit mehr als 40 Jahren. Die ersten beiden Kraftwerksblöcke gingen im Jahr 1965 ans Netz. Dem steigenden Strombedarf entsprechen wurde das Kraftwerk Staudinger in den folgenden Jahren Stufe um Stufe ausgebaut. Das letzte Kraftwerk, Block 5, hat 1992 seinen Betrieb aufgenommen.

 

Strom für Millionen


Die fünf Kraftwerksblöcke haben eine Gesamtleistung von fast 2.000 Megawatt. Sie erzeugen circa 5.000 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Diese Menge reicht aus, um fünf Millionen Menschen mit Strom zu versorgen. Weiterhin produziert das Kraftwerk Staudinger Fernwärme für circa 18.000 Haushalte in Großkrotzenburg und Hanau.

 

Grund-, Mittel- und Spitzenlast


Strom kann man nicht lagern. Er muss immer genau in dem Moment erzeugt werden, in dem er gebraucht wird. Aus diesem Grund laufen im Kraftwerk Staudinger auch nicht immer alle Blöcke gleichzeitig, sondern sie werden dem Bedarf entsprechend an- und abgeschaltet. Block 5 wird im Grundlastbetrieb gefahren und trägt den Löwenanteil der Produktion. Die Blöcke 1 und 3 sind Mittellastkraftwerke und meist nur tagsüber in Betrieb. Block 2 ist seit 2001 nicht mehr im Einsatz. Der mit Gas betriebene Block 4 ist ein Spitzenlastkraftwerk. Er steht bei großem Strombedarf zur Verfügung und spielt eine wichtige Rolle beim Ausgleich der unregelmäßigen Stromeinspeisung durch die Windkraft.

Mitarbeiter des Kraftwerks Staudinger

Arbeitsplatz für mehr als 460 Menschen


Ein solches Großkraftwerk benötigt natürlich qualifizierte Mitarbeiter. Am Standort Staudinger sind mehr als 460 Menschen beschäftigt. Dazu kommen zahlreiche Mitarbeiter aus Fremd- und Partnerfirmen, die die Kraftwerksmannschaft regelmäßig unterstützen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das das Kraftwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

 

Strom aus Steinkohle


Der Strom wird im Kraftwerk Staudinger vor allem aus Steinkohle erzeugt. Gas macht nur einen geringen Teil des Brennstoffs aus. Der Kohleverbrauch liegt bei durchschnittlich zwei Millionen Tonnen im Jahr. Die Kohle stammt vor allem aus Ländern wie Südafrika, Kolumbien, Norwegen oder Indonesien. Sie erreicht das Kraftwerk sowohl per Schiff als auch mit der Bahn. Umschlaghafen für die Importkohle ist Rotterdam. Dort werden die großen Überseefrachter auf Binnenschiffe umgeschlagen, die den Brennstoff dann über Rhein und Main ins Kraftwerk transportieren.

Mitarbeiter des Kraftwerks Staudinger

Wir machen Dampf


Die Kohle gelangt über Förderbänder in Kohlemühlen und wird dort staubfein zermahlen. Über Brenner wird der Kohlestaub in den Kessel geblasen, wo er bei Temperaturen um 1.400 Grad Celsius verbrennt.
Der im Kessel entstehende heiße Wasserdampf wird mit hohem Druck auf die Schaufeln einer dreistufigen Turbine geleitet. Sie ist mit einem Generator gekoppelt, der die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo entsteht auf diese Weise Strom, der über die Transformatoren und die Freischaltanlage in das Stromnetz eingespeist wird.

 

Modernste Rauchgasreinigungsanlagen


Wenn Kohle verbrannt wird, entstehen Abgase. Damit diese die Umwelt nicht belasten, wird das Rauchgas im Kraftwerk Staudinger in einem aufwendigen Verfahren gereinigt. In einem dreistufigen Prozess werden zunächst die Stickoxide, dann der Staub und schließlich der Schwefel aus dem Rauchgas gewaschen. Die Umweltbelastung kann dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Die Menge der an die Umwelt abgegeben Schadstoffe liegt weit unter den gesetzlich zugelassenen Grenzwerten. Als Nebenprodukte fallen bei der Rauchgasreinigung Stoffe wie zum Beispiel Flugasche, Granulat oder Gips an. Diese werden in der Bauindustrie komplett verwertet.

 

Hoch hinaus


Die hohen Schornsteine und Kühltürme des Kraftwerks Staudinger sind in der gesamten Region von weitem sichtbar. Die Schornsteine haben eine Höhe von 195 Metern (Block 1-3) bzw. 250 Metern (Block 4). Nicht zu übersehen sind auch die beiden Naturzugkühltürme von Block 4 und Block 5: Sie haben eine Höhe von 128 bzw. 141 Metern. Aber auch unsere Kesselhäuser überragen so manche Kirchturmspitze: Das Kesselhaus von Block 5 ist circa 100 Meter hoch.

 

Der Namensgeber


Das Kraftwerk Staudinger hat seinen Namen von Professor Dr. Hans Staudinger (1889-1980). Er war der erste Aufsichtsratsvorsitzende der ehemaligen Preußischen Elektrizitäts-AG und maßgeblich an der Gründung des Unternehmens beteiligt. Hans Staudinger emigrierte im Jahr 1934 in die USA. Zur Inbetriebnahme des nach ihm benannten Kraftwerks reiste er 1965 nach Großkrotzenburg.

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