Wieso, weshalb, warum?

Bestimmte Fragen zu unserem Kraftwerk und der geplanten Modernisierung werden uns immer wieder gestellt. Die wichtigsten Fragen und die Antworten haben wir deshalb an dieser Stelle für Sie zusammengestellt.

Kraftwerk Staudinger allgemein


Seit wann gibt es das Kraftwerk Staudinger?

Wie viele Menschen arbeiten im Kraftwerk?

Wie viel Strom erzeugt das Kraftwerk Staudinger?

Wie hoch sind die Schornsteine?

Wie groß ist das Kraftwerksgelände?

Ist das Kraftwerk Staudinger rund um die Uhr besetzt?

Woher hat das Kraftwerk Staudinger seinen Namen?

Was heißt eigentlich E.ON?


Umweltschutz und Arbeitssicherheit


Was unternimmt das Kraftwerk für den Umweltschutz?

Was kommt aus dem Schornstein und wie wird das kontrolliert?

Welchen Stellenwert haben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Kraftwerk     Staudinger?

Hat das Kraftwerk Staudinger eine eigene Werkfeuerwehr?


Steinkohlekraftwerk


Woher stammt die Steinkohle, die im Kraftwerk Staudinger verfeuert wird?

Wie kommt die Kohle ins Kraftwerk?

Wie wird eigentlich aus Steinkohle Strom?

Wozu braucht man die Kühltürme?

Was versteht man unter einer Revision?

Was passiert mit der Flugasche und dem Gips aus der Rauchgasreinigung?

Bei welcher Temperatur verbrennt die Steinkohle im Kessel?

Welchen Wirkungsgrad hat das Kraftwerk Staudinger?


Fernwärme


Was ist eigentlich Fernwärme?

Wie viele Haushalte versorgt das Kraftwerk Staudinger mit Fernwärme?

Wie kann ich Fernwärme aus dem Kraftwerk Staudinger erhalten?


Neubauvorhaben


Welche Umweltbelastungen entstehen durch das neue Kraftwerk?

Warum möchte E.ON überhaupt ein neues Kohlekraftwerk bauen? Wieso setzt E.ON nicht    auf erneuerbare Energien?

Wie lässt sich der Bau eines neuen Kohlekraftwerks mit den weltweiten Bemühungen für    mehr Klimaschutz vereinbaren?

Warum soll der geplante Block 6 so groß werden?

Weshalb soll das neue Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von rund 45 Prozent haben? Mehr als    die Hälfte der Energie geht damit doch ungenutzt verloren.

Was passiert mit den alten Kraftwerksblöcken 1 - 3, wenn Block 6 gebaut wird?

Warum muss der neue Kühlturm so hoch sein?

Wie stark wird der Main durch das geplante neue Kraftwerk erwärmt?

Wie viel zusätzlichen Lkw-Verkehr wird es durch den neuen Kraftwerksblock geben?

Welche Gefahr geht von den neuen Kohlelagern aus? Können diese explodieren?










Kraftwerk Staudinger allgemein


Seit wann gibt es das Kraftwerk Staudinger?
Das Kraftwerk Staudinger gibt es seit 1963. In diesem Jahr war die Grundsteinlegung für die Blöcke 1 und 2. Die beiden ältesten Kraftwerksblöcke wurden 1965 in Betrieb genommen.


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Wie viele Menschen arbeiten im Kraftwerk?
Am Standort Staudinger sind mehr als 460 Menschen beschäftigt. Dazu kommen zahlreiche Mitarbeiter aus Fremd- und Partnerfirmen, die die Kraftwerksmannschaft regelmäßig unterstützen.


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Wie viel Strom erzeugt das Kraftwerk Staudinger?
Wie viel Strom das Kraftwerk Staudinger in einem Jahr produziert, hängt ganz davon ab, wie viel Strom benötigt wird und wie viel Strom aus erneuerbarer Energie zur Verfügung steht. Durchschnittlich erzeugt das Kraftwerk Staudinger jedoch circa 5.000 bis 5.500 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Diese Menge reicht aus, um rund fünf Millionen Menschen mit Strom zu versorgen. Im Jahr 2007 hat das Kraftwerk Staudinger sogar mehr als 6.000 Gigawattstunden Strom produziert.


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Wie hoch sind die Schornsteine?
Der Schornstein von Block 4 ist 250 Meter hoch. Die Schornsteine der Blöcke 1, 2 und 3 haben eine Höhe von 195 Metern. Die beiden Naturzugkühltürme von Block 4 und Block 5 haben eine Höhe von 128 bzw. 141 Metern. Das Kesselhaus von Block 5 ist circa 100 Meter hoch.


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Wie groß ist das Kraftwerksgelände?
Das Gelände des Kraftwerks Staudinger ist circa 50 Hektar groß. Das entspricht mehr als 70 Fußballfeldern.


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Ist das Kraftwerk Staudinger rund um die Uhr besetzt?
Ja, im Kraftwerk Staudinger wird an jedem Tag im Jahr rund um die Uhr im Schichtbetrieb gearbeitet. Schließlich muss der Strom immer zur Verfügung stehen. Auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen.


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Woher hat das Kraftwerk Staudinger seinen Namen?
Das Kraftwerk Staudinger hat seinen Namen von Professor Dr. Hans Staudinger (1889-1980). Er war der erste Aufsichtsratsvorsitzende der ehemaligen Preußischen Elektrizitäts-AG und maßgeblich an der Gründung des Unternehmens beteiligt. Hans Staudinger emigrierte im Jahr 1934 in die USA. Zur Inbetriebnahme des nach ihm benannten Kraftwerks reiste er 1965 nach Großkrotzenburg.


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Was heißt eigentlich E.ON?
Das Wort "Aeon" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "neues Zeitalter", "Weltalter" oder "Unendlichkeit". E.ON ist die englische Schreibweise. Mit seiner außergewöhnlichen Schreibweise symbolisiert "E.ON" heute Energie ("E") und Aufbruch ("ON") in die Welt von morgen. Um die beiden Assoziationsbereiche auch optisch voneinander zu unterscheiden, sind sie mit einem Punkt voneinander getrennt.


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Umweltschutz und Arbeitssicherheit


Was unternimmt das Kraftwerk für den Umweltschutz?
Wenn Kohle verbrannt wird, entstehen Abgase. Damit diese die Umwelt nicht belasten, wird das Rauchgas im Kraftwerk Staudinger in einem aufwendigen Verfahren gereinigt. In einem dreistufigen Prozess werden zunächst die Stickoxide, dann der Staub und schließlich der Schwefel aus dem Rauchgas gewaschen. Die Umweltbelastung kann dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Die Menge der an die Umwelt abgegeben Schadstoffe liegt weit unter den gesetzlich zugelassenen Grenzwerten. Als Nebenprodukte fallen bei der Rauchgasreinigung Stoffe wie Flugasche, Granulat oder Gips an. Diese werden in der Bauindustrie komplett verwertet. Um CO2-Emissionen zu minimieren, arbeitet E.ON Kraftwerke kontinuierlich daran, den Wirkungsgrad seiner Kraftwerke zu erhöhen. Denn ein höherer Wirkungsgrad bedeutet, dass weniger Kohle benötigt wird, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen. Durch den effizienteren Brennstoffeinsatz sinken die Emissionen. Block 5 hat beispielsweise einen Wirkungsgrad von 42 Prozent, während die alten Blöcke 1-3 einen Wirkungsgrad von lediglich 38 Prozent haben. Der geplante neue Block 6 wird einen Wirkungsgrad von 46 Prozent haben. Im Vergleich zu den Altanlagen sinkt der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde erzeugter Energie damit um 20 Prozent.


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Was kommt aus dem Schornstein und wie wird das kontrolliert?
Aus den Schornsteinen strömt das gereinigte Rauchgas. Es darf nur noch geringe Anteile an Schadstoffen enthalten. Gesetzliche Grundlage hierfür ist die Bundesimissionsschutzverordnung (BImschV). Dass die zulässigen Schadstoffmengen nicht überschritten werden, wird mit Hilfe von Emissionsrechnern, die am Rauchgasaustritt installiert sind, kontinuierlich überwacht. Die zuständige Kontrollbehörde für das Kraftwerk Staudinger ist das Regierungspräsidium in Darmstadt. Die Behörde erhält die Messprotokolle und hat jederzeit Zutritt zum Kraftwerk.


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Welchen Stellenwert haben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Kraftwerk Staudinger?
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind von zentraler Bedeutung für den Betrieb des Kraftwerks Staudinger und haben jederzeit oberste Priorität. Jeder Mitarbeiter und jeder Fremdfirmenmitarbeiter trägt dazu bei, sicher zu arbeiten und für die Sicherheit seiner Kollegen Sorge zu tragen, damit alle nach erledigter Arbeit auch wieder gesund nach Hause kommen.


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Hat das Kraftwerk Staudinger eine eigene Werkfeuerwehr?
Ja. Die Werkfeuerwehr des Kraftwerks Staudinger hat zwei hauptamtliche Feuerwehrleute und circa 60 Mitarbeiter, die zusätzlich im Notfall jederzeit einsatzbereit sind. Genau wie bei einer freiwilligen Feuerwehr. Die Werkfeuerwehr des Kraftwerks arbeitet eng mit den Feuerwehren in Großkrotzenburg, Hanau und Hainburg zusammen und führt regelmäßig gemeinsame Übungen durch.


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Steinkohlekraftwerk


Woher stammt die Steinkohle, die im Kraftwerk Staudinger verfeuert wird?
Die Kohle stammt vor allem aus Ländern wie Südafrika, Kolumbien, Norwegen oder Indonesien.


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Wie kommt die Kohle ins Kraftwerk?
Die Kohle erreicht das Kraftwerk sowohl per Schiff als auch mit der Bahn. Umschlaghafen für die Importkohle ist Rotterdam. Dort werden die großen Überseefrachter auf Binnenschiffe umgeschlagen, die den Brennstoff dann über Rhein und Main ins Kraftwerk transportieren.


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Wie wird eigentlich aus Steinkohle Strom?
Die Kohle gelangt über Förderbänder in Kohlemühlen und wird dort staubfein zermahlen. Über Brenner wird der Kohlestaub in den Kessel geblasen, wo er bei Temperaturen um 1.400 Grad Celsius verbrennt. Der im Kessel entstehende heiße Wasserdampf wird mit hohem Druck auf die Schaufeln einer dreistufigen Turbine geleitet. Sie ist mit einem Generator gekoppelt, der die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo entsteht auf diese Weise Strom, der über die Transformatoren und die Freischaltanlage in das Stromnetz eingespeist wird.


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Wozu braucht man die Kühltürme?
Der Dampf, der die Turbinen des Kraftwerks antreibt, hat nachdem er seine Arbeit geleistet hat, nur noch eine Temperatur von circa 40 Grad Celsius. Damit der Wasser-Dampf-Kreislauf wieder von vorne beginnen kann, muss der Dampf zunächst wieder zu Wasser umgewandelt, also kondensiert werden. Diese Abkühlung erfolgt im Kondensator mit Hilfe von Kühlwasser. Um die Wärme, die dort aus dem Speisewasser genommen wurde, wieder abzugeben, brauchen wir die Kühltürme. Das im Kondensator erwärmte Kühlwasser wird im Kühlturm verrieselt, kühlt sich im von unten nach oben aufsteigenden Luftstrom ab, sammelt sich in der Kühlturmtasse - und kann wieder zurück in den Kondensator gepumpt werden (Kühlwasserkreislauf). Die Schwaden, die über dem Kühlturm zu sehen sind, bestehen aus Wasserdampf bzw. winzig kleinen Wassertröpfchen, die mit dem Luftstrom nach oben getragen werden.


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Was versteht man unter einer Revision?
Eine Revision umfasst Instandhaltungsmaßnahmen im Kraftwerk, um die Anlagen betriebsfähig zu halten und den Standort für die Zukunft zu sichern. In der Regel wird in jedem Kraftwerksblock alle vier Jahre eine große Revision durchgeführt.


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Was passiert mit der Flugasche und dem Gips aus der Rauchgasreinigung?
Die bei der Rauchgasreinigung als Nebenprodukte anfallenden Stoffe wie zum Beispiel Flugasche oder Gips werden in der Bauindustrie komplett verwertet. Der Gips dient zum Beispiel dazu, Gipskartonplatten herzustellen. Die Asche wird in der Betonindustrie eingesetzt.


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Bei welcher Temperatur verbrennt die Steinkohle im Kessel?
Der Kohlestaub verbrennt im Kessel bei Temperaturen um 1.400 Grad Celsius.


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Welchen Wirkungsgrad hat das Kraftwerk Staudinger?
Die Blöcke 1 - 3 haben einen Wirkungsgrad von 38 Prozent, Block 4 hat einen Wirkungsgrad von 39 Prozent und das bislang jüngste Kraftwerk, Block 5, hat einen Wirkungsgrad von 42 Prozent. Der geplante neue Block 6 wird einen Wirkungsgrad über 45 Prozent haben. Das ist so viel, wie heute noch kein Steinkohlekraftwerk an einem Binnenlandstandort erreicht hat.


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Fernwärme


Was ist eigentlich Fernwärme?
Fernwärme ist im Grunde nichts anderes als heißes Wasser, das im Kreis läuft. Um Fernwärme zu erhalten, wird Wasser mit Dampf aus dem Kraftwerk erhitzt und in wärmegedämmten Vor- und Rücklaufleitungen zu den Verbrauchern gepumpt. Dort gibt es die Wärme über Wärmetauscher an das Heizungs- oder Leitungswasser ab und wird abgekühlt wieder zurück ins Kraftwerk gepumpt. Der Kreislauf beginnt von vorne. Bei der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung wird gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Das ist effizienter und umweltschonender als viele kleine einzelne Heizungsanlagen.


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Wie viele Haushalte versorgt das Kraftwerk Staudinger mit Fernwärme?
Im Kraftwerk Staudinger wird seit vielen Jahren Fernwärme für Großkrotzenburg und Hanau erzeugt. Die jährlich abgegebene Wärmemenge reicht aus, um 16.000 Haushalte zu versorgen.


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Wie kann ich Fernwärme aus dem Kraftwerk Staudinger erhalten?
Bei der Fernwärmeversorgung arbeitet E.ON Kraftwerke mit den Stadtwerken Hanau und den Gemeindewerken in Großkrotzenburg zusammen. Wer Interesse daran hat Fernwärme zu beziehen, muss sich deshalb direkt an diese Anbieter wenden.


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Neubauvorhaben


Welche Umweltbelastungen entstehen durch das neue Kraftwerk?
Durch den Bau von Block 6 kommt es zu keiner zusätzlichen Schadstoffbelastung in der Region. Im Gegenteil: Das Kraftwerk Staudinger wird nach Inbetriebnahme von Block 6 sogar weniger Luftschadstoffe wie Staub, Schwefeldioxid oder Stickstoffdioxid an die Umwelt abgeben als heute. Dies sichert E.ON Kraftwerke verbindlich zu und wird es auch zum Bestandteil des Genehmigungsantrages für das neue Kraftwerk machen.


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Warum möchte E.ON überhaupt ein neues Kohlekraftwerk bauen? Wieso setzt E.ON nicht auf erneuerbare Energien?
E.ON treibt auch den Ausbau der erneuerbaren Energien voran. Der Konzern setzt dabei vor allem auf Wasserkraft, Windenergie sowie Biomasse und fördert die Weiterentwicklung von Photovoltaik und Geothermie. Weiterhin unterstützt E.ON vielfältige Forschungsprojekten und Initiativen zur Energieeffizienz.
Aber das reicht nicht aus, um auf alle Kohlekraftwerke zu verzichten. Die erneuerbaren Energien haben heute bundesweit einen Anteil von 14 Prozent an der Stromerzeugung. Selbst wenn E.ON noch mehr in erneuerbare Energien investieren würde, könnte der Strombedarf damit in den nächsten Jahrzehnten nicht zu vertretbaren Kosten und mit der nötigen Versorgungssicherheit gedeckt werden. Schließlich stehen Wind und Sonne nicht immer in dem Maße zur Verfügung wie wir alle Strom benötigen und auch die Energieerzeugung aus Biomasse hat ihre Grenzen.
Auch wenn wir die vorhandenen Einsparpotenziale ausschöpfen und die erneuerbaren Energien ausnutzen, sind wir nach heutigem Kenntnisstand weiterhin auf konventionelle Verfahren angewiesen, um sicher und verlässlich die Energie zur Verfügung zu haben, die wir alle brauchen.
Wichtig ist, dass geplante Block 6 keine einzige Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien verdrängen wird. Dafür gibt es das Erneuerbare Energien Gesetz. Es regelt, dass regenerativ erzeugter Strom, zum Beispiel aus Wind oder Sonne, immer bevorzugt ins Netz eingespeist wird. Erneuerbare Energie hat also immer Vorfahrt!


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Wie lässt sich der Bau eines neuen Kohlekraftwerks mit den weltweiten Bemühungen für mehr Klimaschutz vereinbaren?
Alte Kraftwerke durch neue, effizientere Anlagen zu ersetzen, ist eine wichtige Maßnahme zum globalen Klimaschutz. Der geplante neue Block wird effizienter sein und 20 Prozent weniger Steinkohle benötigen, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen als die alten Blöcke. 20 Prozent weniger Steinkohle bedeutet, dass auch der CO2-Ausstoß pro erzeugter Kilowattstunde um 20 Prozent sinkt. Dies sind jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen CO2! So viel wie mehr als 700.000 deutschen Mittelklassewagen bei einer durchschnittlichen Fahrleistung pro Jahr ausstoßen. Da in Zukunft im Kraftwerk Staudinger aller Voraussicht nach mehr Strom erzeugt werden soll als bisher, wird der CO2-Ausstoß am Standort Staudinger insgesamt allerdings ansteigen. Jede Kilowattstunde Strom, die mit einem neuen Kraftwerk erzeugt wird, muss an anderer Stelle jedoch nicht mehr durch ein altes Kraftwerk produziert werden. Dadurch, dass das Kraftwerk Staudinger modernisiert wird, sinkt der CO2-Ausstoß überregional betrachtet also um die beschriebenen 20 Prozent.


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Warum soll der geplante Block 6 so groß werden?
Der geplante Block 6 soll eine elektrische Leistung von 1.100 Megawatt haben. Dies sind etwa 260 Megawatt mehr als die Gesamtleistung der Blöcke 1-3. Dass sich E.ON Kraftwerke dazu entschieden hat, ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1.100 Megawatt zu bauen, liegt daran, dass dies heute als effizienteste Größe für ein Grundlastkraftwerk gilt. Zu der Zeit als die alten Blöcke gebaut wurden (1965) war ein Kraftwerk mit einer Größe von 260 Megawatt Stand der Technik. Aus diesem Grund gelingt es uns heute auch, mit einem neuen Kraftwerk mehrere alte Kraftwerke zu ersetzen. Block 6 wird übrigens nicht "das größte Kraftwerk der Welt". Es gibt viele Kraftwerke auf der Welt, die größer sind. Außerdem baut allein E.ON insgesamt vier Kraftwerke dieser Leistungsklasse, eines davon in Datteln, Nordrhein-Westfalen.


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Weshalb soll das neue Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von rund 45 Prozent haben? Mehr als die Hälfte der Energie geht damit doch ungenutzt verloren.
Es ist ein Naturgesetz, dass bei der Umwandlung von chemisch gebundener Energie in mechanische Energie Abwärme entsteht. Aus diesem Grund benötigt zum Beispiel ein Auto einen Kühler. Wenn der geplante Block 6 einen Wirkungsgrad von über 45 Prozent hat, dann ist das so viel wie es noch kein anderes Kohlekraftwerk vorher erreicht hat. Er wird zu den modernsten Anlagen weltweit gehören. Zum Vergleich: Der Ottomotor eines Autos hat einen Wirkungsgrad von etwa 30 Prozent. Eine Möglichkeit, die entstehende Abwärme zu nutzen, bietet die Kraft-Wärme-Kopplung. Bereits heute versorgen wir 16.000 Haushalte in Großkrotzenburg und Hanau mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Staudinger. Gemeinsam mit regionalen Partnern arbeiten wir daran, dass es in Zukunft entscheidend mehr sind. Block 6 wird 300 Megawatt Fernwärme zusätzlich zur Verfügung stellen können.


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Was passiert mit den alten Kraftwerksblöcken 1 - 3, wenn Block 6 gebaut wird?
Block 6 ersetzt die alten Blöcke 1 bis 3. Wenn wir Block 6 bauen, schalten wir diese Blöcke definitiv ab und bauen sie in einem nächsten Schritt komplett zurück.


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Warum muss der neue Kühlturm so hoch sein?
Der neue Kühlturm hat nach derzeitigem Planungsstand eine Höhe von 178 Metern. Genau wie bei Block 5 soll der neue Kühlturm ein Naturzugkühlturm sein und die gereinigten Rauchgase sollen über den Kühlturm abgeleitet werden. Dies bedeutet, dass Block 6 keinen zusätzlichen Schornstein benötigt. E.ON Kraftwerke hat sich für diese Variante entschieden, weil sie am energiesparendsten ist. Ein deutlich kleinerer Kühlturm würde mehrere Ventilatoren benötigen, um den notwendigen Luftzug zu erzeugen. Durch den dann benötigten höheren Eigenbedarf verschlechtert sich der Wirkungsgrad. Zusätzlich müsste ein deutlich höherer Schornstein gebaut werden, um die Rauchgase ableiten zu können. Außerdem unterstützt der Auftrieb des Wasserdampfs die Ableitung der gereinigten Rauchgase. So sparen wir wiederum Energie, die wir sonst aufbringen müssten, um das gereinigte Rauchgas über den Kamin nach draußen zu befördern. Die Silhouette des Kraftwerks wird sich durch den neuen 178 Meter hohen Kühlturm verändern. Der jetzige Kühlturm von Block 5 ist 141 Meter hoch. Der höchste Schornstein misst 250 Meter. Mit dem Rückbau der Blöcke 1 bis 3 verschwinden die dazugehörigen drei 198 Meter hohen Schornsteine, die das Erscheinungsbild des Kraftwerks heute prägen.


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Wie stark wird der Main durch das geplante neue Kraftwerk erwärmt?
Durch den Bau des neuen Kraftwerks geht der Wärmeeintrag in den Main erheblich zurück. Wir benötigen künftig nur noch einen Bruchteil des Wassers, das wir heute zum Kühlen aus dem Fluss entnehmen. Dies liegt daran, dass der geplante Block 6 genauso wie schon heute die Blöcke 4 und 5 im Kreislaufbetrieb arbeiten wird. Das heißt, das Kühlwasser läuft in einem geschlossenen System vom Kondensator über den Kühlturm und wieder zurück. Der Main wird dabei gar nicht mehr gebraucht. In Anspruch nehmen wir den Main schon heute nur noch mit den alten Blöcken 1-3. Dadurch, dass diese jedoch abgeschaltet werden, wenn Block 6 gebaut wird, wird der Fluss deutlich entlastet.


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Wie viel zusätzlichen Lkw-Verkehr wird es durch den neuen Kraftwerksblock geben?
Auch wenn wir voraussichtlich in Zukunft mehr Strom erzeugen und also mehr Kohle verbrennen werden als heute, wird es durch den Betrieb des geplanten Blocks 6 zu keinem zusätzlichen Lkw-Verkehr kommen. Die Kohle wird per Schiff und per Bahn geliefert. Um Reststoffe wie Gips und Flugasche abzutransportieren, sollen vermehrt Schiffe und Züge eingesetzt werden. Wir arbeiten derzeit an einem entsprechenden Logistikkonzept. Während der Bauzeit wird ein erhöhtes Lkw-Aufkommen allerdings sicherlich nicht zu vermeiden sein. Wir werden uns jedoch darum bemühen, dass die vereinbarten Fahrtrouten eingehalten werden und die Anwohner so wenig wie möglich gestört werden.


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Welche Gefahr geht von den neuen Kohlelagern aus? Können diese explodieren?
Grundsätzlich kann Kohle natürlich in Brand geraten oder sich selbst entzünden. Deshalb haben wir für das neue Kohlelager sowohl Brand- als auch Explosionsschutzgutachten erstellen lassen. Die Auflagen und Empfehlungen aus diesen Gutachten setzen wir beim Bau und Betrieb der Kohlelager konsequent um, so dass keine Gefahr von den Anlagen ausgeht. Zum vorbeugenden Brand- und Explosionsschutz werden die beiden Kohlelager zum Beispiel mit Löscheinrichtungen, Brandmeldeanlagen, Kühlmöglichkeiten und Belüftungsvorrichtungen ausgestattet sein.


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Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit:

Julia Katzenbach-Trosch
T 0 61 86 - 29 - 27 27
F 0 61 86 - 29 - 21 30
julia.katzenbach-trosch@eon-energie.com

Sven Wahl
T 0 61 86 - 29 - 22 69
F 0 61 86 - 29 - 21 30
sven.wahl@eon-energie.com

Heike Walleter
T 0 61 86 - 29 - 22 94
F 0 61 86 - 29 - 21 30
heike.walletere@eon-energie.com

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